Von Austern bis zum Insektenburger

gw0sBesuch der Grünen Woche 2018

Das Schulhalbjahr neigt sich dem Ende zu. Die Stoffpläne sind abgearbeitet, alle Klausuren geschrieben und die Zeugnisse liegen schon verteilbereit in der Schublade: Grund genug, als Abwechslung vom Schulalltag die Grüne Woche zu besuchen.

Gleich zur Kassenöffnung um 10 Uhr trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen CTA71, LTA61 und FFF71 vor dem Messegelände. Nur kurz waren die Gänge noch leer und die Hallen überschaubar, dann setzte auch schon der Besucherandrang ein.

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Partnerland der Grünen Woche war in diesem Jahr Bulgarien. Neben den ausgestellten Honig- und Jogurtspezialitäten, Wein, Likör und Tee lud ein Restaurant zum Verzehr landestypischer Gerichte ein, doch die Lautstärke der kulturellen Darbietung gleich nebenan vergrämte etliche Gäste. Den baulich aufwändigsten Messestand bot Katar, allerdings wurden dort nur Mineralwasser und Chips in Alutüten präsentiert.

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Für die Speisenfolge musste jeder selbst sorgen, sie ergab sich oft zufällig aus der Anordnung der Länder auf dem Rundweg durch die Hallen. Nach Pasteis de Nata aus Portugal folgten z. B. französischen Austern, dann eine schwäbische Maultäschlesuppe und anschließend illustre Lachs- und Knäckebrotsnacks aus Norwegen.

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In der „Bio-Halle“ wurde man erstaunlicherweise vom Verpflegungsamt der Bundeswehr begrüßt und zum Eintopf als Marschverpflegung eingeladen. Viele Besucher ließen sich davon aber nicht aufhalten und steuerten zielgerichtet gleich einen der zahlreichen Bier-, Wein- oder Schnapsstände in der Umgebung an.

Wie im Vorjahr bot das Fischinformationszentrum einen sehr sehenswerten und informativen Stand. Ein Experte demonstrierte unseren Feinköstlern, wie ein Steinbeißer fachgerecht filetiert wird.

Auf dem „Erlebnis-Bauernhof“ konnten weitere praxisrelevante Kenntnisse von Sarah Wiener erworben werden. Sie verschreckte zwar das Publikum zunächst mit der Frage „Wer von Ihnen kann kochen?“, als sich dann aber niemand traute, so etwas zuzugeben, erklärte sie dennoch, wie man mehligkochende Kartoffeln von festkochenden unterscheidet, Petersilienwurzeln von Pastinaken, und wie man daraus eine Suppe zubereitet.

Viel Bildungsnahrung erhielt man schließlich in den Hallen 4 und 5 des Messegeländes. So informierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter dem Motto „Eine Welt ohne Hunger“ zu den Themen Nahrungsmittelanbau, Ernährungssicherung und Fair Trade.

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Eindrücke von Teilnehmern aus unseren Klassen:

Wer mal etwas Neues probieren, sich über Ernährung informieren oder gar mal Würmer essen möchte, ist hier genau richtig. Das alles kann man hier finden: Fisch, Fleisch, Würmer und Pflanzliches, alles ist vertreten. Es gibt Informationen in Hülle und Fülle. Wer von hier nicht informiert nach Hause geht, hat wohl zu viel „gesoffen“!
(A. N. El-Mohamad, FFF71)

Neben dem üblichen reichen Angebot an Delikatessen aus allerlei Ländern, fielen dieses Jahr junge Start-ups auf, die mit frischen Ideen versuchen in den Markt einzusteigen. Trendgetränke aus Superfoods wie der Acai-Beere oder Caté, eine aus der Kaffeefrucht hergestellten Limonade, die auch eine ähnlich aufputschende Wirkung wie Kaffee besitzt. Auch Rewe geht mit dem Trend der Zeit und präsentiert Pudding mit reduziertem bis gar keinen Zuckergehalt.
Doch für den meisten Wirbel sorgt wohl die Bugfoundation mit ihrem Insektenburger. Während in Deutschland sonst eher Rind, Geflügel oder Schwein auf den Tisch kommt, möchte das junge Unternehmen nun auch die Würmer zu uns auf den Teller kriechen lassen. Verglichen mit üblichen Burgerpatties aus Rindfleisch werden für die Produktion weniger Nahrungsmittel benötigt und weniger CO2 produziert.
Doch auch wenn der Insektenburger sich geschmacklich nicht verstecken muss, wird es die meisten Verbraucher eine gewisse Überwindung kosten, sich auf diese exotische Burgervariante einzulassen.
(B. Riske, CTA71)

Thomas Kayser

 

 

Bildnachweis:
© 2018 B. Riske und T. Kayser, Emil-Fischer-Schule